Ceylonhuhn (Gallus lafayettii) Sri Lankas bunter Nationalvogel
Der Hahn ist farbenfroh befiedert und trägt einen auffallenden Kamm, der fast an eine Flagge erinnert. Der mit Zacken versehene Kamm ist so rot wie das Gesicht und die Beine, und trägt in der Mitte einen grossen gelben Fleck, der mit dem Rot lebhaft kontrastiert. Ob wohl seine besondere Erscheinung dazu beigetragen hat, dass das Ceylonhuhn (Gallus lafayettii) zum Nationalvogel Sri Lankas erkoren wurde?

Der Hahn des Ceylonhuhns ist eine stattliche Erscheinung. Er ist auch deutlich grösser als die Hennen.
Die schöne Hühnerart lebt endemisch auf der Insel Sri Lanka, kommt also nirgendwo sonst freilebend vor. Seine nächsten Verwandten sind die in Indien beheimateten Bankivahühner (G. gallus) und Sonnerathühner (G. sonneratii), welche beide in der Ahnenlinie unseres Haushuhnes stehen. Nur die Hähne tragen bei diesen Hühnerarten ein prachtvolles Gefieder, jene des Bankivahuhns und des Sonnerathuhns zumindest zur Brutzeit. Die Hennen hingegen sind bei all diesen Kammhühnern schlicht braun-gesprenkelt gefärbt. Sie sind auf ein Tarnkleid angewiesen, wenn sie gut verborgen in einer Nische am Boden brüten. Meist legen die Ceylonhühner etwa zwei bis drei cremefarbene, fein gesprenkelte Eier. Der Hahn bleibt während der Brut in der Nähe und bewacht das Gebiet ums Nest.
Verbreitet ist Sri Lankas farbenfroher Nationalvogel beinahe über die gesamte Insel, vom Tiefland bis in höhere Lagen. Dabei besiedelt das Ceylonhuhn vor allem Wald- und Buschland. Wie andere Kammhühner sucht es zum Übernachten gemeinschaftlich Bäume oder andere erhöhte Stellen auf, etwa in Bambusbeständen, um sicherer vor Beutegreifern zu sein. Die Nahrung ist sehr vielfältig und besteht aus Grassamen, weiteren Sämereien, Beeren, Blüenblättern, Insekten und Weichtieren, welche die Vögel mit den Füssen am Boden scharrend finden.
Glücklicherweise kann sein Bestand als sicher gelten und das endemische Huhn kommt vielerorts recht häufig vor. Es ist nicht scheu und im Umfeld menschlicher Siedlungen oft aus einiger Nähe zu beobachten. Dabei ist es sehr selten auch schon zu Kreuzungen mit freilaufenden Haushühnern gekommen. Auch auf dem Gartengelände des CCR ist das «Dschungelhuhn» ein recht häufig gesehener Gast.
Die deutsche Namensgebung ist etwas uneinheitlich, wobei wir hier den heute wahrscheinlich gebräuchlichsten Namen angewendet haben. Biologisch passend und aus politischer Sicht unverfänglich wäre sicher die Bezeichnung Gelbes Kammhuhn. Es wird auch noch als Lafayettehuhn bezeichnet, was offenbar an einen französischen Aristokraten und General im US-amerikanischen Unabhängigkeitskrieg erinnert, der keinen Bezug zu Sri Lanka hatte. Im Englischen ist das Ceylonhuhn schlicht als «Sri Lanka Junglefowl» bekannt (Sri Lanka Dschungelhuhn). Im Singhalesischen heisst der Nationalvogel Sri Lankas වළි කුකුළා (wali kukula) und auf Tamilisch இலங்கைக் காட்டுக்கோழி (ilaṅkaik kāṭṭukkōḻi).