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News aus Sri Lanka

ALIYA-News Nov. 2018
Der neue Minister Sri Lankas deklariert den Elefanten den Krieg. Das CCR steht vor der bisher grössten Herausforderung bezüglich Elefantenschutz.
In Sri Lanka leben tausende von Elefanten ausserhalb von Schutzgebieten. Die Philosophie des Landes war bis anhin, auch in Zukunft ein Zusammenleben von Elefanten und Menschen zu ermöglichen und Konflikte zwischen Menschen und Elefanten (HEC) zu entschärfen. Daran arbeiten Forscher und Naturschützer seit vielen Jahren. War alles umsonst?

Seit Mai 2018 steht das Ministry of Wildlife & Resources Conservation in Sri Lanka unter neuer Führung. Der neue Minister hat angekündigt, die endgültige Lösung für den HEC gefunden zu haben. Anstatt auf den Rat von Forschern und Fachpersonen zu hören, ist seine Idee:

  • die bereits bestehenden Zäune von 4'500 km um Schutzgebiete ergänzen mit weiteren 2'500 km.
  • alle Elefanten in Gebieten mit Menschen vertreiben in die eingezäunten Gebiete.
  • 3'500 Mann vom Zivilschutz bewaffnen und die Zäune bewachen lassen.
  • in regelmässigen Abständen Posten aufstellen.
  • Eröffnung eines zweiten Elefanten-Centers, welches als „Gefängnis“ für schwierige männliche Elefanten gedacht ist.


Alle bisherigen Erfahrungen (u.a. zu wenig Nahrung in den eingezäunten Gebieten) sprechen gegen dieses Konzept und hätte den Tod vieler dieser umgesiedelten Elefanten zur Folge.

Es ist eine Ironie des Schicksals, dass die Person, die eigentlich zum Schützer der Tiere ernannt wurde, diesen nun den Krieg erklärt!

Ein ausführlicher und verständlich geschriebener Artikel vom 2. August 2018 aus Daily FT (e-ppaper) ist zu finden unter folgendem Link:

http://www.ft.lk/other-sectors/Government-to-wage-war-on-wild-elephants/57-660090

ALIYA-News Okt. 2017
Zum Schutz von Elefanten? Sri Lanka schafft offene Müllkippen ab.
Im Mai 2017 wurde bekannt, dass die Regierung beschlossen hat, um die 50 bestehenden offenen Müllkippen Drahtzäune errichten zu lassen. Die Dickhäuter suchen auf Müllkippen Nahrung, rund 300 frei lebende Elefanten haben sich gemäss Angaben der Autoren in der Nähe angesiedelt. Die Tiere zögen sich dort Krankheiten zu und ihre Lebenserwartung sinke. Ein besonderes Problem bestehe darin, dass Elefanten Klarsichtfolien fressen.

Epoche Times (Online-Artikel)

Das CCR beobachtet seit vielen Jahren das Phänomen. Wie schätzen Dr. Jenny Pastorini und Dr. Pruthu Fernando die Massnahme ein?

Interview zum Thema mit Dr. Jennifer Pastorini

Elefanten auf dem Müll sind kein schöner Anblick. Habt ihr auch die Erfahrung gemacht, dass Elefanten gestorben sind durch Krankheiten, die sie dort auflesen?
Das weiss man nicht. Es ist unklar, wie zuverlässig die Untersuchungen bezüglich Todesursachen sind. Generell haben Elefanten auf dem Müll (meistens Bullen) eine gute Körperkondition und sind fett. Wir denken, es ist kein grosses Problem – mindestens im Vergleich zu all den anderen Problemen, die Elefanten haben!

Wie gefährlich ist der Plastik-Müll, den sie dort mit-schlucken?
Man sieht oft Kot von Elefanten mit Plastik drin. Das geht einfach durch. Ganze Bananenstämme kommen in einem Stück wieder raus. Es gibt Leute, die sagen, der Elefant ist am Plastik gestorben. Aber es ist sicher sehr selten. Abfall wird auf der ganzen Insel von Elefanten, Wildschweinen, Kühen und Hunden gefressen.

Wie beurteilt ihr vom CCR die Massnahme?
Es ist gar nicht möglich, um alle Mülldeponien einen Zaun zu machen. Das ist wohl einfach ein schönes “Papier”, das nicht in die Tat umgesetzt wird.

Ich persönlich finde natürlich, dass Sri Lanka generell etwas mit dem Abfallproblem unternehmen soll. Ihn einfach überall in den Wald zu schmeissen ist furchtbar. Aber es ist sicher kein Artenschutz Problem. Es ist ein Problem, dass die Leute haben. Deshalb sollte sich der Development Sector darum kümmern, die haben Geld!