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News aus der Arbeit des CCR

ALIYA-News Oktober 2021
Forschung über Soziale Organisation, Verhalten und Demografie des Asiatischen Elefanten in Sri Lanka.
Gelder zu erhalten für Grundlagenforschung ist immer schwieriger, als für Rettungsaktionen und Katastrophen. Zum Glück unterstützt der Auckland Zoo seit Jahren das CCR bei einer wichtigen und langjährigen Arbeit zu den Elefanten finanziell. Ein wichtiges Ziel ist es, den Gesundheitszustand und das Verhalten der Tiere in den Parks und ausserhalb zu dokumentieren.

Immer wieder wurden Tiere, ja ganze Herden, in die Parks getrieben oder umgesiedelt. In Anbetracht dessen, dass der Yala und Lunugamvehera Nationalpark am Limit sind mit der Anzahl von Elefanten, welche sie ernähren können, ist die Datenaufnahme in den beiden Parks sehr wichtig. Man kann die Entwicklung über Jahre hinweg nachweisen und aufzeigen, dass die Tiere in einem nahrungsbedingt schlechteren Zustand sind als die Tiere ausserhalb. Zudem ist die Geburtenrate tiefer. Nun, da ein weiterer Teil
des Lunugamvehera Nationalparks als Lebensraum für «Problemelefanten» eingezäunt wird, wird die Situation noch problematischer. Wie werden die Tiere auf den erneuten Habitatverlust reagieren?

Das CCR erstellt und publiziert 2021 Verbreitungskarten von Sri Lankas Primaten.
Eine gut geplante und durchgeführte Umfrage bei der Bevölkerung ist eine der besten Möglichkeiten, eine Verbreitungskarte von Tieren zu erhalten. Das CCR Sri Lanka hat landesweit erstmalig eine solche Umfrage für die Primaten Sri Lankas systematisch durchgeführt. Die Zeit und das grosse Engagement haben sich gelohnt: Die Resultate werden eine wichtige Grundlage sein für den Artenschutz: Wo macht es Sinn, die Verbreitung noch etwas genauer anzuschauen um mögliche Verbindungswege für die Tiere zu sichern oder Schutzgebiete zu schaffen?

Primaten-Umfrage
a) Der nachtaktive Schlanklori b) Ceylon Hutaffe c) Hanuman Langur d) Weissbart Langur

Zusammenfassung mit Verbreitungskarten und Details zur Studie
Originalartikel (englisch)

ALIYA-News Juni 2021
Neue Wege gesucht – und gefunden?
Im Sommer 2020 wurde Pruthu Fernando (CCR) zum Vorsitzenden eines nationalen Komitees gewählt, welches direkt vom Präsidenten beauftragt war, einen Action Plan zur Verminderung der Konflikte zwischen Menschen und Elefanten  auszuarbeiten. Wir haben im August 2020 über dieses hoffnungsvolle Unterfangen berichtet. Engagiert machte sich das Team, bestehend aus Vertretern der verschiedenen Departemente und drei Wissenschaftlern an die Arbeit. Im Dezember 2020 wurde dem Präsidenten ein solider Action Plan vorgelegt. Doch Ende Mai 2021 ist die Enttäuschung gross: Bisher wurde noch nicht einmal der Empfang des Dokuments offiziell bestätigt und es ist fraglich, ob eine Reaktion von Seiten der Regierung erfolgen wird. So bleibt CCR im Moment nichts anderes übrig, als neue Wege zu suchen.

Es ist schön, heute darüber berichten zu können, dass ein neuer Ansatz bereits in Arbeit ist: Am 1. Februar 2021 sind Pruthu Fernando, Sampath (Leiter der Feldstation Galgamuwa) und Jayasinghe, ein weiter Mitarbeiter des CCR, mit dem Comissioner des Landwirtschaftssektors zusammen gesessen. Sie konnten ihn überzeugen, einige Mitarbeiter anzulernen, temporäre Feldzäune aufzustellen, und zwar ganz in der erfolgreichen Art und Weise, wie dies das CCR seit Jahren macht.

Die Ausbildung erfolgt in drei Schritten:

  1. Kennenlernen des Systems und des Aufbaus.
  2. Selber einen Zaun aufbauen und den ganzen Prozess durchlaufen, mit einemMitarbeiter von CCR an der Seite zur Unterstützung.
  3. Die ausgebildeten Mitarbeiter unterrichten dann weitere Kollegen, so dass sich das System ausbreiten kann.


Bereits am 23. und 24. Februar 2021 wurde so ein erster Zaun gemeinsam installiert. Der Vorteil für die Bauern: Die elektrischen Zäune schützen den Reis während den drei Monaten vom Pflanzen bis zur Erntezeit vor Schäden durch Elefanten. Der Vorteil für die Elefanten: Nach der Ernte wird der einfach zu installierende Zaun wieder abgebaut und im Dorf zwischengelagert. Die Wege und das Land ist wieder frei für die Tiere.

Zusammenarbeit mit UGA Hotelkette
Zwischen dem renommierten Fünfsterne-Hotel UGA in Ulagalla nahe Anuradhapura und dem CCR kommt es zur Zusammenarbeit. Das Hotel wird für seine Besucher ein Informations-Zentrum einrichten, in dem über Elefanten berichtet wird. Speziell vom CCR ausgebildete Naturbeauftragte des Hotels werden dort die Besucher über Elefanten, ihre Probleme und ihren Schutz informieren. Diese Zusammenarbeit mag erstaunen, doch sie ist aus mehreren Gründen wichtig:

  1. Die Touristen lernen, was nachhaltige und elefantenfreundliche Massnahmen sind.
  2. Die Beobachtung und das individuelle Kennenlernen einzelner Tiere und der Herde verstärkt die Beziehung zu ihnen.
  3. Es soll ein nachhaltiger Tourismus gefördert und mit gutem Beispiel vorgelebt werden und zwar nicht nur für ausländische Touristen, sondern auch für inländische Reisende! 


Ein ähnliches Projekt wird im «Cinnamon Elephant Project» mit der Cinnamon Lodge in Habarana (auch im Kulturellen Dreieck) schon seit einigen Jahren vorangetrieben. 

Neue Umfrage geplant: Wo überall leben Elefanten?
Eine der besten Methoden um herauszufinden, wo Elefanten in Sri Lanka vorkommen, ist eine Umfrage bei der Bevölkerung. Das Team des CCR ist aktuell auf der Suche nach Geldern, um die 2015 veröffentlichte Studie zu wiederholen.

Die damalige Umfrage dauerte vier Jahre und lief wie folgt: Jedes Quadrat auf der Karte umfasst 5 x 5 km. In jedem dieser Quadrate wurden drei Leute gefragt, ob es Elefanten gebe in der Umgebung oder nicht. Die Menschen wissen nämlich in der Regel recht genau über die Tiere in ihrer Nachbarschaft Bescheid und Elefanten sind schwer zu übersehen.

Das Resultat damals zeigte ein eindrückliches Ergebnis:

  • Rot: Es gibt keine Elefanten
  • Gelb: Es gibt Elefanten
  • Grün: Waldstücke, in denen keine Menschen leben. Vieles davon sind Nationalpärke und andere Schutzgebiete. Dort konnte keine Umfrage gemacht werden, aber potenziell sind es Gebiete, in denen Elefanten leben können.


Es wird interessant sein zu erfahren, wie stark sich die Situation in den letzten zehn Jahren verändert hat. Ist der Lebensraum der Elefanten erneut zurückgegangen? Für den Artenschutz wäre das äusserst wichtig zu wissen.

ALIYA-News Dezember 2020
Trotz zeitweiligem Stillstand wegen Corona: Ein wichtiges Projekt konnte weiterlaufen
Während einigen Monaten waren alle Parks im Land geschlossen. Das CCR Sri Lanka und ihr Mitarbeiter Bandara durften jedoch zu Forschungszwecken weiterhin die Parks besuchen. Bandara arbeitet an einem wichtigen Langzeitprojekt, welches seit 2016 läuft: Es werden demografische Daten gesammelt wie zum Beispiel über Geburten oder das Alter der Elefanten, aber auch über die Gesundheit, und das Verhalten der Tiere. Bandara kennt unterdessen viele Elefanten individuell. Viermal wöchentlich besucht er den Yala- und den in der Nähe liegenden Lunugamwehera-Nationalpark. 

Langzeitprojekte sind enorm wichtig, um Veränderungen aufzuzeigen. Nach einigem Bangen konnte zum Glück auch für das Jahr 2021 die Finanzierung des Projektes durch den Auckland Zoo (Neuseeland) sichergestellt werden!

ALIYA-News August 2020
Enge Zusammenarbeit mit der Regierung: Ein Durchbruch?
Das CCR kann mit wichtigen Neuigkeiten aufwarten: Pruthu Fernando wurde am 22. Juli 2020 zum Vorsitzenden eines nationalen Komitees gewählt, welches direkt dem Präsidenten berichten wird. Es soll einen Aktionsplan zur Konfliktvermeidung zwischen Menschen und Elefanten ausarbeiten. Das Komitee besteht aus 17 Mitgliedern, unter anderem aus Vertretern der verschiedenen Departemente sowie drei Wissenschaftlern. 

Pruthus Erfahrung lässt hoffen, dass konstruktive und sinnvolle Pläne erarbeitet werden, welche den Interessen von Elefanten UND Menschen gerecht werden. Pruthu wird auch das Konzept der elektrischen Zäune um Dörfer und Reisfelder zur friedlichen Co-Existenz einbringen. Vor allem aber kann erwartet werden, dass die Umsetzung von Massnahmen mit Hilfe dieses Komitees nun viel zeitnaher gestaltet werden kann. 

Die Wahl von Pruthu Fernando zum Vorsitzenden könnte wirklich ein Durchbruch sein in der Arbeit des CCR!

Verzögerung der Arbeiten wegen Corona
Auch die Arbeit des CCR’s kam Corona-bedingt einige Monate zum Stillstand. Vor allem der Bau von Modell-Zäunen war in dieser Zeit nicht möglich und auch das Awareness-Programm (regelmässige Vorträge) konnte nicht mehr durchgeführt werden. Seit Juli 2020 kann nun glücklicherweise die Arbeit wieder aufgenommen werden, denn es gibt viel zu tun: In Eruwewa konnten unterdessen zwei temporäre Zäune um die Reisfelder gebaut und zwei Dorfzäune fertiggestellt werden. Auch wurden die Dorfbewohner durch das CCR eingeführt und ausgebildet. Mindestens drei weitere Modellzäune sind in Planung und warten auf Ausführung, zwei davon im Nordwesten des Landes, in einem Gebiet, in dem es bisher noch keine CCR-Zäune gibt.

ALIYA-News Mai 2020
Corona-Zeiten beim CCR
Corona hat die gesamte Welt in einen Ausnahmezustand versetzt. In Sri Lanka wurde eine Ausgangssperre mit einschneidenden Folgen für die ganze Bevölkerung angeordnet, der auch die Arbeit des CCR erschwert hat. Meetings, das Awareness Programm, die Das Nachverfolgen der Aktivitäten der Yala-Elefanten, das Kontrollieren von Zäunen – nichts ging mehr. Jenny Pastorini und Pruthu Fernando beschränkten sich notgedrungen auf das Auswerten von Daten und das Verfassen von Publikationen, ohne Genaueres über die Situation der Elefanten während des Lockdowns zu wissen. Aufgrund der nächtlichen Ausgangssperre wird es wohl weniger Zwischenfälle geben, doch suchen weiterhin manche Elefanten ausserhalb der Parks nachts die Felder der Bauern auf, vermuten sie. Die Löhne der Festangestellten des CCR bezahlen sie weiter. Nun soll es Lockerungen der Corona-bedingten Vorschriften in Sri Lanka geben.

Erwünschte Ausweitung der Zaun-Modelle in Zentral-, Nord- und Ost-Provinzen
Vor der Ausgangssperre in Sri Lanka war das CCR daran, in verschiedenen Distrikten Dorfzäune zu errichten. Sie sollen den Menschen und Beamten vor Ort beweisen, dass die von ihnen entwickelte Methode funktioniert. Aufgrund des Regierungswechsels waren im letzten Quartal erneut Gespräche notwendig. Die neuen Verantwortlichen von drei Provinzen im Norden, Zentral-Norden und im Osten wurden kontaktiert und erste vielversprechende Treffen haben bereits stattgefunden. Wir hoffen natürlich, sie werden für die Vorschläge des CCR offen sein! Erschwert wird die Akzeptanz der vom CCR propagierten Zäune dadurch, dass die Regierungsmitglieder oft nur Zäune der Regierung kennen, die dann eben meist nicht so richtig funktionieren... Da hilft einzig, dass das CCR Modellzäune bauen und beweisen kann, dass diese funktionieren, wenn sie richtig gebaut sind und der Unterhalt wie vorgeschlagen organisiert wird.

Das CCR unterwegs in beratender Funktion: Beispiel Indonesien.
Im südlichen Sumatra lebt der stark gefährdete Sumatra Elefant, eine Unterart des Asiatischen Elefanten. Auch er dringt zuweilen in Gebiete ein, in dem Menschen leben und arbeiten. Das CCR, konkret Jennifer und ihr Mann Pruthu sind im November 2019 für eine Woche nach Indonesien gereist, um Kollegen vor Ort zu beraten und zu
unterstützen.

Der Konflikt betraf eine Palmöl-Plantage in Raja Palma. Einige Jahre zuvor wurde die Plantage in einem Sumpfgebiet angesiedelt und die Verantwortlichen sagen, sie hätten nicht gewusst, dass es dort Elefanten gäbe. Vor Ort waren auch Forscher der Zoological Society of London. Sie hatten mit aufgestellten Kamerafallen die Zahl der Tiere auf 15 geschätzt.

Bei einer Feldinspektion schien es nicht, dass die durch Elefanten verursachten Schäden in der Plantage bedeutend sind. Es kann vermutet werden, dass die Tiere eher der Gräser und anderer natürlicher Vegetation wegen in die Plantage eindringen. Pruthu Fernando gab folgende Ratschläge:

  • Werden die Elefanten mit Gewehr- oder Böllerschüssen vertrieben, kann das aggressive Verhalten der Tiere zunehmen und der Konflikt könnte eskalieren. Der Schutz der Plantage sollte auf anderem Wege erfolgen.
  • Zuerst sollte das aktuelle Ausmass des Schadens evaluiert werden. Weshalb Geld für einen teuren Schutz-Zaun ausgeben, wenn nicht unbedingt nötig?
  • Durch die Bilder in den Kamerafallen konnte eine bisher unbekannte Population dieser stark bedrohten Art erkannt werden. Dies ist eigentlich eine sehr schöne und positive Nachricht!
  • Pruthu Fernando bietet an, das Forscherteam zu unterstützen, die Tiere individuell zu identifizieren und eine Beschreibung der Population über längere Zeit zu organisieren. Denn es könnte sein, dass viel mehr Tiere in der Gegend sind als die bisherige Schätzung erwarten lässt!


ALIYA-News Feb. 2020
Fixe und temporäre Zäune

Die Distriktverwaltung von Kurunegala und Beamte des landwirtschaftlichen Sektors aus dem Anuradhapura Distrikts sind interessiert.

Fixe und temporäre Zäune schützen die Menschen – aber auch die Elefanten! Warum das so ist und wo das System bereits erfolgreich angewandt wird, wurde im September 2019 den verantwortlichen Beamten zweier Distrikte im Norden und Westen Sri Lankas vorgestellt. Die zwei Tage dauernde Veranstaltung unter der Leitung von Dr. Pruthu Fernando und dem Leiter der Feldstation Galgamuwa Sampath Ekanayaka des CCR war ein Erfolg. Die Teilnehmer durften sich vor Ort mit den betroffenen Dorfbewohnern austauschen und sich von der Wirksamkeit der Massnahmen überzeugen. Allfällige Fragen konnten gestellt werden und es kam zu interessanten Diskussionen.

Aktuell ist das CCR dran, in verschiedenen Distrikten Dorfzäune zu errichten. Sie sollen den Menschen und Beamten vor Ort beweisen, dass es funktioniert. Im Moment sind diese Zäune über Sponsoren-Gelder finanziert. Aber es braucht noch viel mehr Zäune...

Unterwegs in beratender Funktion am Beispiel Vietnam
Immer wieder werden Pruthu Fernando und Jennifer Pastorini des CCR auch in anderen Ländern Asiens um Rat gefragt, wenn es zu Problemen zwischen Menschen und Elefanten kommt. Im Oktober 2019 reisten die beiden nach Vietnam in das Gebiet des Cat Tien Nationalparks. Sie besuchten zwei der Konflikt-Orte und gaben einen zweitägigen Workshop. 

Zusammen mit dem Park Management wurden Lösungen für die Konflikte gesucht. Pruthu Fernando zeigte die Gefahr für die Tiere auf, wenn diese in Parks eingesperrt bzw. eingezäunt werden: Erstens brechen die Elefanten erfahrungsgemäss früher oder später wieder aus, und zweitens ist unsicher, ob das Nahrungsangebot für die Elefanten ausreicht, auch wenn dies anders scheint. Pruthu Fernando legte den Verantwortlichen nahe, eine Einzäunung der Tiere nicht ohne eine enge Beobachtung vorzunehmen, um die körperliche Verfassung der Elefanten ständig beurteilen zu können. Bei einer Verschlechterung der körperlichen Verfassung müssen unbedingt andere Massnahmen in Erwägung gezogen werden.

ALIYA-News Okt. 2019
Fixe und temporäre Zäune: Das CCR holt die Distrikt-Verwaltungen ins Boot.
Zwischen Januar und Juli 2019 fanden 31 Präsentationen statt, welche das CCR für die Verantwortlichen in den Distrikt-Verwaltungen organisiert hat. Es geht darum zu zeigen, dass es Lösungen gibt in Konfliktgebieten, welche den Elefanten den Lebensraum sichern sowie den Bauern den benötigten Schutz ihrer Familien und Felder gewähren, dies während der vier bis sechs Monate Pflanz- und Erntezeit. Teil der Präsentationen ist auch ein Ausflug zu betroffenen Bauern. Dort können sich die Verantwortlichen vom Erfolg dieser Methode überzeugen.

Für das CCR ist es wichtig, dass die Distriktverwaltungen sich von diesem System überzeugen lassen. Das CCR kann modellhaft aufzeigen, dass es Lösungen gibt und dass diese Lösungen funktionieren. Fünfzigtausend betroffene Bauernfamilien zu betreuen, das kann das Team nicht leisten! Schulungen für die Distrikte anbieten jedoch schon.

"Elefanten-Gefängnis" verhindert.
Im Juni 2019 fand eine Sitzung des Departement of Wildlife and Conservation (DWC) statt, an dem das CCR und andere NGOs teilgenommen haben. Es ging um ein kleines Gebiet, in welchem sogenannte Problem-Elefanten mit Hilfe eines speziellen Zaunes festgehalten werden sollten. Die Finanzierung sollte durch die Weltbank erfolgen. Da solche Projekte schon früher angegangen wurden und sich als Fehlschlag erwiesen haben, schlug das CCR vor, die Situation durch vorbereitende Studien zu klären. An einer späteren Sitzung wurde festgestellt, dass die vom CCR vorgeschlagenen Studien vom DWC nicht angegangen wurden. Auch ein Angebot des CCR, die Studien durchzuführen, wurde vom DWC abgelehnt. 

Die Weltbank erwägt nun, das Projekt nicht zu finanzieren. Das ist ganz im Sinne des CCR und anderen Naturschutzorganisationen. Das Einzäunen von ein paar wenigen Elefanten kann die Probleme nicht lösen. Auch bei dem neu geplanten Projekt wird erwartet, dass die eingesperrten Elefanten entweder den Zaun durchbrechen - oder dann verhungern. Es sind andere und neue Lösungsansätze gefragt, die umfassenderen Erfolg versprechen.

ALIYA-News Nov. 2018
Viel Arbeit für das CCR wegen der vom Staat eingezäunten Müllhaufen
Das Männchen “007”, liebevoll James Bond genannt, ist neuerdings vor der Forschungsstation des CCR zu sehen. Wie andere Elefanten auch, hat er durch die Einzäunung der Müllhaufen eine für ihn gewohnte Nahrungsquelle verloren. Das Problem ist, dass diese Tiere jetzt neue Nahrungsquellen erschliessen müssen, umherwandern, und so vermehrt riskieren, den Menschen in die Quere zu kommen. So musste auch das CCR neu einen Zaun anschaffen, um die Tiere vom Gelände fernzuhalten.

Obwohl ein auf dem Müll fressender Elefant unschön ist: Gestorben ist noch keiner daran – mindestens soweit die Todesursachen geklärt werden konnten. Im Gegenteil: Die Tiere, welche die Müllhaufen besuchen, sind in der Regel gut genährt. Ob man den Tieren mit dem Einzäunen wirklich einen Dienst getan hat? Wir stellen es in Frage.

Ein verlorenes Sender-Halsband hat Konsequenzen
Induwara, ein besenderter Elefant, hat sein Halsband verloren. Das ist äusserst schade, denn der Elefant war lange Zeit immer im Gebiet rund um einen Müllhaufen zu finden, welcher neu eingezäunt wurde. Nun können die Tiere dort kein Zusatzfutter mehr beschaffen und schauen sich vermehrt in den umliegenden Dörfern um, wo sie den Menschen wieder in die Quere kommen. Induwara war öfters im Dorf zu sehen, wo er sich auf Feldern bediente. Die Leute konnten ihn identifizieren, da sie ihn am Halsband erkannten. Nun – in einem sehr wichtigen Moment – hat er sein Halsband verloren, und diese Beobachtungen können nicht weiter belegt werden.

Besenderung von zwei weiblichen Elefanten
Devi und Kuveni wurden am 27. April und 2. Mai 2018 besendert. Sie leben in einem Gebiet, welches neu Industriegebiet werden soll. Das CCR schlägt vor, dass Gebiete, in denen Herden (Weibliche Tiere mit Nachwuchs) leben, aus der Entwicklung des Gebietes ausgeschlossen werden sollen. Deshalb werden die Bewegungen dieser Weibchen aus zwei verschiedenen Herden nun genau verfolgt.

Probleme rund um einen Dorf-Zaun
Während viele Dorf-Zäune bestens funktionieren, gibt es Probleme im Süden Sri Lankas, und zwar in Bundala, einem Dorf, in welchem der Zaun seit einiger Zeit nicht mehr funktioniert. Die Bewohner möchten einfach einen neuen Zaun vom Wildlife Department, welches diesen bitte auch gleich unterhalten soll. Gemeinsam wurde die Situation besichtigt und mit den Dorfbewohnern besprochen. Das Wildlife Department will nun aber keinen neuen Zaun hinstellen, denn es gibt ja schon einen. Das CCR sagt, wenn die Dorfbewohner weiterhin nicht bereit sind, den Zaun zu unterhalten, werden sie diesen entfernen.

ALIYA-News Okt. 2017
Besenderung von zwei Elefanten für ein wichtiges Ziel
Das Department of Wildlife Conservation (DWC) ist einverstanden, 14 Elefanten zu besendern. Zwei davon tragen unterdessen ihr Halsband, dies im Gebiet von Kataragama im Süden von Sri Lanka. Diese Besenderung war dem CCR sehr wichtig, und zwar aus folgendem Grund:

Ausserhalb des Lunugamvehera Nationalparks gibt es ein Gebiet, welches dem Forest Department untersteht und welches die Elefanten gerne nutzen. Im Moment gibt es jedoch einen Zaun, welcher diesen wichtigen Lebensraum der Tiere und den Nationalpark trennt. Die Besenderung eines Bullen und eines weiblichen Tieres soll zeigen, wie die Elefanten den Lebensraum ausserhalb des Nationalparks nutzen. Die ersten Resultate liegen bereits vor: Die Herde mit dem besenderten weiblichen Tier respektiert den Zaun. So hat die Herde wohl einen Teil ihres Reviers verloren – ironischerweise den Teil im Nationalpark. Umgekehrt kann vermutet werden, dass die Herden im Nationalpark drin ebenfalls einen Teil ihres Lebensraumes verloren haben durch den Zaun. Frühere Studien haben gezeigt, dass es in den eingezäunten Parks zu Futterknappheit kommen kann und die Tiere hungern.

Das Team des CCR propagiert deshalb, dass elektrische Zäune direkt am Dorfrand aufgestellt werden. Die Daten der besenderten Tiere werden regelmässig dem Wildlife Department übermittelt und man ist im Gespräch. Die Hoffnung ist berechtigt, dass es mit den neu gewonnenen Daten nun einen grossen Schritt vorwärts geht!